Selbstfürsorge: Nachhaltigkeit von innen heraus

Selbstfürsorge: Nachhaltigkeit von innen heraus

Ein Beitrag von Anna Fienbork

Nachhaltigkeit ist heutzutage in aller Munde und immer mehr Menschen machen sich Gedanken darum, wie wichtig es ist, nachhaltig zu leben. Bevor ich hier einige Worte darüber sage, möchte ich eine Definition aus dem Duden vorausschicken. Danach wird dieser Begriff auch im Sinne eines modernen und umfassenden Prinzips definiert „nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann“.

Mit anderen Worten könnte man sagen, dass Umwelt und Lebewesen sich mit ihren eigenen Regulations- und Selbstheilungsmechanismen möglichst frei entfalten können sollten. Da wir als Mensch schon vor langer Zeit begonnen haben, in dieses System einzugreifen, müssen wir heute dringend unseren Konsum bremsen, innehalten und darüber nachdenken, was über die Grenzen des natürlichen Wachstums hinaus geht.

Diese Gedanken lassen sich aber auch auf uns als Menschen übertragen. Was wäre, wenn wir uns die Frage der Nachhaltigkeit auch in Bezug auf uns selbst als Person stellen? Wie wäre es, wenn wir neben unserem Engagement für Nachhaltigkeit in der Umwelt unseren Blick nach innen richten? Was sind unsere ganz persönlichen Ressourcen, wie gehen wir eigentlich damit um? Denn wenn wir uns um uns selbst kümmern, werden wir von innen heraus auf natürliche Weise auch in unserer Umwelt für Nachhaltigkeit sorgen.

Manchmal ist es einfacher, sich im Außen um etwas zu kümmern, es zu retten, sich dafür einzusetzen, als sich seinen inneren Stimmen zuzuwenden, die ebenfalls Hilfe benötigen. Es kann sein, dass wir in manchen Fällen eine innere Not auf einen Notstand in unserer Umwelt projizieren und damit auf unbewusste Weise im Außen versuchen, uns selbst zu helfen oder zu retten. Wenn dem so sein sollte, dann wäre es doch spannend, dies herauszufinden, oder?

Aus meiner Sicht wird alles, was wir im Leben tun umso nachhaltiger, je mehr wir gelernt haben, uns um uns selbst zu kümmern, unsere Gefühle, Bedürfnisse und gesunden Grenzen zu kennen. Welcher Wald stirbt in uns, um den wir uns vielleicht kümmern sollten? Welche Tierart in uns ist bedroht und braucht unsere Aufmerksamkeit?

Aus dem Buchtipp „Nachhaltigkeit braucht Entschleunigung braucht Grundeinkommen“ möchte ich die Entschleunigung herausnehmen und etwas näher darauf eingehen. Sie bildet den Kern einer Rückbesinnung auf uns, setzt den Grundstein der Nachhaltigkeit mit uns selber. Und gleichzeitig kann Entschleunigung – so verlockend und entspannend sie klingt – auch überraschend herausfordernd sein.

Wer bin ich, wenn ich nicht permanent beschäftigt bin? Wer bin ich, wenn ich innehalte und vielleicht plötzlich Trauer aufkommt? Wer bin ich, wenn ich mich nicht über das definiere, was ich tue? Wer bin ich, wenn ich einfach nur bin?

Unsere Gesellschaft konditioniert uns zum Tun und baut bisher noch stark auf dem Prinzip „schneller, höher, weiter“ auf. Sich davon frei zu machen, sein eigenes Tempo, seine eigenen Werte zu finden, kann zwar herausfordernd sein, ist aber immer unendlich bereichernd. Wo ein Tun im Außen vielleicht ein unbewusstes inneres Loch stopfen muss und uns von außen einen Wert gibt, während es innen vielleicht Selbstzweifel oder Gefühle von Wertlosigkeit gibt, erlaubt uns die Rückbesinnung durch Entschleunigung und Achtsamkeit das langsame Wachsen eines inneren Wertes, innerer Bedeutsamkeit.

Wenn wir etwas über unsere eigenen Grenzen lernen, über das Nein-Sagen oder lernen, um Hilfe für sich selbst zu bitten, werden wir wieder an unsere innewohnende Kraftquelle anknüpfen können. Mit dem Wissen über unsere Fähigkeiten, aber auch über unsere Grenzen, gepaart mit einer achtsamen Selbstfürsorge, werden wir auf ganz natürliche Weise auch in unserer Umwelt für Nachhaltigkeit sorgen wollen.

Peter Wohlleben sagt in seinem Film „Das geheime Leben der Bäume“: Naturschutz bedeutet, dass wir uns selber schützen. Wenn nämlich die Natur zerstört wird, so berauben wir uns unseres Lebensumfeldes.

Wie ich bereits sagte, beinhaltet Nachhaltigkeit – von der Naturschutz ja ein großer Bestandteil ist – für mich auch die Sorgsamkeit für sich selbst, also den ganz persönlichen Selbstschutz. Wenn wir uns von diesem Platz der Selbstfürsorge für unsere Umwelt einsetzen, so ist es leichter, für eine gesunde Balance zu sorgen.

So berichtet Peter Wohlleben auch davon, dass ihn sein Einsatz für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Wäldern in einen Burnout geführt hat. Dadurch hat er gelernt, mit seinen eigenen Ressourcen nachhaltiger umzugehen und für sich zu sorgen, damit er schlussendlich länger für sich selbst und den Wald sorgen kann.

Nur aus einem vollen Brunnen können wir leicht schöpfen. Wenn wir uns innerlich verausgaben, so kann unser Brunnen versiegen. Wenn wir beim Thema Nachhaltigkeit den Blick nach innen und nach außen richten, liegt darin eine wunderbare Wachstumschance.

Mit meinem Coaching und meiner psychotherapeutischen Begleitung helfe ich Menschen dabei, sich auf sich selber zu besinnen, ihre Bedürfnisse zu entdecken und auf gesunde Weise für sich einzustehen und damit auch Selbstverantwortung zu lernen. Daraus entsteht ein verantwortliches Handeln im Außen und damit ein nachhaltiges Agieren in unserer Welt.

AmmerZone bietet die großartige Möglichkeit, sich zu vernetzen, sich mit seinen Ressourcen und Fähigkeiten zu unterstützen. Auf der Website kann man auf einen Blick sehen, wie viel die Region rund um den Ammersee zu bieten hat.

Ich wünsche mir, dass wir mehr und mehr zu einer gelebten Solidarität kommen, wie sie auch in der solidarischen Landwirtschaft zum Tragen kommt (hier in der Gegend zum Beispiel beim Gärtnerhof Sonnenwurzel). Wir leben von den Früchten dieser Erde und als Mitglied einer solidarischen Landwirtschaftsgemeinschaft teilen wir die Fülle, aber auch die schweren Zeiten. Das ist für mich ebenfalls ein wichtiger Teil von Nachhaltigkeit: Es gibt nicht immer große Fülle, aber wenn wir als Gemeinschaft sowohl die guten als auch die schlechten Zeiten tragen, dann sind wir alle um vieles reicher.

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24. Oktober 2021
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7. November 2021
Werkstattkonzert in Greifenberg
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Time has told me / Die Zeit hat mir gesagt Die Lieder von Leonard Cohen werden in frischen Bearbeitungen mit dem französischen Chanson der Renaissance zusammengebracht.